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Rückblick |
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Spitfire |
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Eines der bekanntesten und mit Recht berühmten Flugzeuge
des Zweiten Weltkriegs ist ohne Frage die britische Spitfire. Ihre
Konstruktion geht auf Reginald Mitchell zurück, der sich unverkennbar von
dem deutschen Postflugzeug He 70 inspirieren ließ. Mitchell verstarb
1937, er konnte sein Werk nicht mehr vollenden. Dennoch wird die Spitfire
sicher immer mit seinem Namen verbunden bleiben, denn alle wichtigen
Grundlagen für dieses Flugzeug und das Gros der Konstruktion waren sein
Werk.
Im Jahre 1932 erschien die He 70 am Himmel, ein schnelles Passagier- und Postflugzeug, welches auf dem Weltmarkt zu kaufen war. Ohne sie würde es die Spitfire sicher nie gegeben haben, jedenfalls nicht in ihrer charakteristischen Form, welche gewiß viel zu ihrem Erfolg beitrug. Im Jahre 1935 erwarb u. a. die Firma Rolls Royce eine He 70, um mit dieser bei Einbau von Rolls-Royce-Flugmotoren Experimente durchzuführen. Rolls Royce baute zu jener Zeit die besten Reihenmotor-Flugmotoren der Welt (bei den Sternmotoren hatten die Amerikaner die Nase vorn). Da in Deutschland durch den Versailler Vertrag die Motorenentwicklung bis 1933/34 vollständig abgewürgt worden war, hatte Deutschland nichts Vergleichbares. Wenn trotzdem deutsche Flugzeuge die Geschwindigkeitsweltrekorde erflogen (der letzte der Me 209 steht noch heute), so war dies also in erster Linie der Konstruktion der Flugzeuge zu verdanken. Der Vorsprung des Auslands in Sachen Mototen konnte erst 1942/43 aufgeholt werden, doch zu dieser Zeit bahnte sich bei uns schon die Ära der Düsenflugzeuge an. Der einzige Vorteil, den auch die deutschen Kolbenmotoren schon früh besaßen, war die im Ausland noch unbekannte Benzineinspritzung. Dadurch arbeitete der Motor ohne Beeinträchtigung durch die G-Kräfte, was im Luftkampf zwischen Jägern wichtig gewesen ist.
Die Spitfire war mit dem Merlin-Motor von Rolls Royce ausgestattet. Es darf sicher gesagt werden, dieser war über lange Zeit der beste Flugmotor in Reihenzylinderbauweise, den es gab. Er verhalf auch der in aerodynamischer Hinsicht hervorragenden Spitfire zu sehr guten Flugleistungen. Gegenüber ihren beiden Hauptrivalen in den ersten Kriegsjahren zunächst der Me 109, hatte sie sowohl Vorteile wie Nachteile. In Höhen unter ca. 4000 Meter lagen die Vorteile eher bei der Spitfire, in Höhen ab etwa 5000 Metern war ihr die Me 109 überlegen. Bezüglich der Geschwingigkeit sind die Unterschiede nie sehr groß gewesen. Je nach Baureihe war einmal die Spitfire schneller und ein andermal die Me 109. Mit dem zweiten Gegner, der Fw 190, konnte die Spitfire nicht ganz mithalten. Diese kam aber auch erst in großer Stückzahl, als die amerikanischen P-47 und P-51 erschienen. Die Spitfire ist nicht allein bei den Briten beliebt gewesen. Auch die Deutschen mochten dieses Flugzeug. Es hatte eine äußerst ansprechende und aerodynamisch ausgefeilte Form. Die britische Führung hatte sich bemüht, ihrer Luftwaffe das bestmögliche Flugzeug zu geben, auch wenn die Herstellungskosten hoch waren. In Deutschland dagegen war nach möglichst billiger Produktion entschieden worden. Deshalb wurde 1934 die Me 109 zum ersten Standardjäger der Deutschen Luftwaffe, und nicht die He 112/113, welche, als Weiterentwicklung der He 70, naturgemäß Ähnlichkeit mit der Spitfire hatte, noch die He 100, welche aber an die P-51 erinnert.
Trotz einer gewissen Inspiration durch deutsche Vorbilder, wie besonders die He 70, ist die Spitfire dennoch eine eigenständige britische Konstruktion. Daß sich Ideen bei technischen Neuheiten vom einen zum anderen verbreiten, ist ja ganz natürlich. Und in gewisser Weise hat es sogar etwas besonders versöhnliches, wenn man sich vergegenwärtigt, daß es wenigstens indirekt stets Gemeinsamkeiten gab. Die sozusagen klassischen Rivalen der Luft in der ersten Hälfte des Zweiten Weltkriegs, die Spitfire und die Me 109, befruchteten sich auch gegenseitig. Auf deutscher Seite lernte man von der Spitfire, daß eine Verfeinerung der Aerodynamik sich lohnt, auch wenn sie ihren Preis hat. Die Briten wiederum übernahmen bei den späten Bauserien der Spitfire die Anordnung von zwei Wasserkühlern unter den Tragflächen von der Me 109. Gemeinsam war beiden Maschinen das Problem des schnellaufenden, nach außen einfahrenden Fahrwerks, wie es auch die He 70 hatte. Dies verursachte auf beiden Seiten manche Unfälle.
Wenn wir heute, lange nach Ende des unseligen Kriegs, an die Spitfire denken und sie betrachten, freuen wir uns einfach über ihre besonders schöne Form. Niemand denkt mehr an vergangene Feindschaft; und das ist sehr, sehr gut so!
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