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Atlantisbericht  -  eine Quadrologie

Folge-1

       
     
       
     

       
     
       
     

Atlantisbericht - eine Quadrologie


Das Zentrum von Atlantis nach Dialog-Angaben von Kritias und Platon

Teil1

 

Jeder hat schon von Atlantis gehört und seit 2400 Jahren beschäftigt es die Menschen. Unzählige Bücher sind über Atlantis geschrieben worden. Hat es Atlantis überhaupt gegeben?

Und wenn ja. Wo lag es? Alle Jahre wieder werden alte und neue, allesamt falsche Atlantistheorien in den Medien aufgewärmt, obwohl dieses Thema längst geklärt ist. Nur gefällt das Ergebnis jenen Leuten nicht, die immer noch am ,,ex orienlelux" (das Licht kommt aus dem Osten) festhalten wollen. Solche Theorie ist aber, spätestens seit der Mitte des 20. Jahrhunderts, nicht mehr haltbar, wie wir bereits auch an der Maglemose, sowie Ertebölle- und Megalithkultur ersehen.

Es wäre gar nicht so schwer gewesen, Atlantis zu orten, hätte man sich einfach an die Angaben des Platon (ca. -427 bis -347) gehalten, auf die allein der Begriff „Atlantis" zurückgeht. Allerdings hat man diesen schon im Altertum beschuldigt, er hätte nur die ,,Atlanter" erfunden, um damit sein Werk vorn idealen ,,Staat" zu untermauern. Platon selbst hat sich immer wieder für die Wahrheit des Berichtes verbürgt, von dem EGMONT COLERUS in anderem Zusammenhang schreibt:

,,Von jenem PLATON, der ein einziges Phänomen in der Geschichte des Geistes, all seine Weisheit, all seine Erkenntnis dem Lehrer zuschrieb, sich selbst nur beinahe geringschätzig einige Male als winzige Nebenfigur erwähnte und gleichwohl unzweifelhaft als Autor und Entdecker in höchsten Bereichen durch die Zeiten wandelte? " EGMONT COLERUS: „LEIBNITZ“, S. 407).

Nein, PLATON hat nichts erfunden, denn der sogenannte ,,Atlantisbericht" stammt ursprünglich vom wohl berühmtesten athenischen Staatsmann, von SOLON (ca. -640 bis -559) und keiner, auch PLATON nicht, hätte es wagen können, den Namen SOLONs für eine Utopie zu mißbrauchen.



Um zu verstehen, welches Gewicht das Zeugnis SOLONs hatte, müssen wir uns die Bedeutung dieses Mannes vor Augen führen. SOLON, Angehöriger der reichen athenischen Aristokratie und
siegreicher Feldherr, - also Realist-, war auch ein bedeutender Dichter und geißelte in vielen Elegien die Mißstände seiner Zeit. In dieser vorklassischen Periode nämlich hatte der Handel zwar großen Aufschwung genommen, brachte aber alles viel billiger von außen ins Land. Das Handwerk verarmte, Bauern und Pächter standen vor dem Ruin. (Die Parallele zur heutigen Zeit ist offensichtlich). Ihre Felder waren mit Schuldsteinen verpflastert und wer nichts mehr zu verpfänden hatte, verpflichtete sich selbst. Dann wurde man als Sklave verkauft, wenn man Glück hatte, in Athen, aber ebenso konnte man in die Fremde verkauft werden. Der oligarchische Adel wurde zwar immer reicher, aber auch dieser spürte, so konnte es nicht weitergehen. Da wählte man SOLON zum Archon. (..Herrscher": Amts-Name des obersten Staatsbeamten von Athen)

SOLON machte eigene Gesetze. denen niemand ob dessen Ansehens, widersprach. Zuerst erklärte er alle Schulden für null und nichtig. Der Adel verlor dadurch riesige Vermögen, nahm es aber zu Kenntnis. Alle Versklavten wurden auf Staatskosten zurückgekauft. auch aus der Fremde. Jede
Neuversklavung wurde für alle Zeiten verboten. SOLON verordnete eine Währungsreform und die Normung aller Maße und Gewichte, reformierte das Rechtswesen indem er den Rat der 400“ schuf, , dessen aus dein Volke stammenden Mitglieder durch Los bestimmt wurden. Er zwang die Eltern, ihre Söhne ein Handwerk lernen zu lassen. Über Krieg und Frieden und über die höchsten Staatsämter konnte nur die Volksversammlung entscheiden. Aber er schuf keine klassenlose Demokratie, denn er teilte die Wohlhabenden in drei Gruppen ein, aus deren Abstufung nur die entscheidenden Staatsämter vergeben werden konnten. Im Jahre -593 beschwor das Volk diese Gesetze, und an ihnen durfte, ohne die Zustimmung SOLONs, nichts geändert werden. Damit man ihn aber nicht zur Zustimmung nötigen konnte, verließ SOLON Athen, wobei er sich die Spartaner zum Vorbild nahm.

SOLON begab sich nach Sais, der damaligen Hauptstadt Ägyptens, dessen Pharao damals besonders griechenfreundlich war, und studierte zehn Jahre lang die dortigen Wissenschaften. So erfuhr er manchen über griechische Vorgeschichte. Auch daß seine Vaterstadt Athen einst eine besonders heldenhafte Rolle gespielt hatte, wovon aber er und die Griechen seiner Zeit keine Ahnung mehr hatten. Als SOLON nach Athen zurückkehrte, wollte er darüber ein Epos schreiben. Er kam aber nicht mehr dazu, da er daheim nur Wirren vorfand und er innerhalb eines Jahres verstarb. Vorher hatte er aber noch seinem Freund und Verwandten DROPIDES all die Dinge erzählt und Aufzeichnungen darüber gegeben.

SOKRATES (-470 bis -399), hielt seine Lehrgespräche in den Straßen und Gymnasien (Sportschulen)
Athens ab und hat selbst keine Schriften hinterlassen. Dies besorgten seine Schüler PLATON und XENOPHON. Auf Wunsch des SOKRATES, der fragte ob jemand aus der alten, heldenhaften Geschichte Athens etwas wisse, erzählte KRITAS d.J., der Urenkel des DROPIDES, wie er als Kind von seinem Großvater KRITAS d. Ä. von den Berichten SOLONs erfuhr. Was KRITAS d. J. darüber erzählte,
hielt PLATON in beiden Dialogen TIMAIOS und KRITAS, im sogenannten Atlantisbericht fest.

Der Dialog TIMAIOS berichtet, wie SOLON in Sais „zu sehr hohem Ansehen“ gekommen und daß, als er die in diesen Dingen am meisten kundigen Priester eine Tages über die alten Zeiten befragte, erkennen mußte, daß weder er noch sonst einer der Hellenen von diesen Dingen auch nur das Geringste wisse. Und einmal habe er, um die Erzählungen von den alten Zeiten zu verlassen, von den ältesten Geschichten Athens zu berichten begonnen. Da habe der hochbegabte Priester gesagt:

O Solon, Solon! Ihr Hellenen seid doch alle Kinder, und so sprach dieser, die Griechen hätten keinerlei altes überliefertes Wissen. Der Grund liege darin: „Viele und mannigfaltig Heimsuchungen der Menschen haben stattgefunden, -die großen durch Feuer und Wasser. Denn das, was bei euch erzählt wird, daß einst Phaéthon, der Sohn des Helios, der seines Vaters Sonnenwagen bestieg, die Oberfläche der Erde durch Feuer zerstörte, weil er nicht imstande war, die Bahn des Vaters einzuhalten, -das wird zwar in Form eines Mythos berichtet, ist aber Wahrheit und beruht auf der Abweichung der am Himmel um die Erde kreisenden Gestirne und der erfolgten Vernichtung der auf der Erde befindlichen Dinge.

So seien auch mancherorts alle Schriftkundigen umgekommen. Aber die Ägypter hatten das Glück, in einem Lande zu leben, welches durch seine geographischen Gegebenheiten am besten geschützt war. So wären sie auch im Besitze der ältesten Überlieferungen. „ Deine genealogischen Ausführungen von eben also, SOLON, die du über die Leute bei euch machtest, unterscheiden sich nur wenig von Kindergeschichten, da ihr zunächst nur von einer Überschwemmung – obwohl deren vorher viele stattfanden – euch erinnert, (Mythos von der deukalionischen Flut) und ferner nicht wißt, daß... „Und er erzählte, wie jener Staat, der heute der Athenische heiße, von der größten Überschwemmung-, der tüchtigste im Krieg, mit dem vortrefflichsten Staatseinrichtungen gewesen sei. Auf inständiges Bitten SOLONs rühmte der Priester das vorgeschichtliche Athen. „ Von deinen, vor neuntausend Jahren lebenden Mitbürgern will ich dir ganz kurz die Gesetze und die schönste Heldentat, die von ihnen vollbracht ward, berichten; das genauere über alles aber wollen wie der Reihe nach ein andere in Muße erörtern, indem wir die Schriften selbst zu Hand nehmen“..

Und nachdem er weiter erzählte: „Viele und große Heldentaten finden sich also bei uns aufgezeichnet und erregen Bewunderung, vor allem aber zeichnet sich eine durch Größe und den dabei bewiesenen Heldenmut aus; denn unsere Aufzeichnungen berichten, welch großer Heeresmacht eure Stadt damals Einhalt gebot, welche im atlantischen Meer ihren Ausgangspunkt hatte und von außen her übermütig gegen ganz Europa und Asien heranzog. Damals war nämlich jenes Meer noch schiffbar, denn vor dem Eingang, der, wie ihr sagt, die Säulen des Herakles heißt (Straße von Gibraltar), befand sich eine Insel, größer als Kleinasien und Libyen zusammengenommen, von welcher den damals Reisenden der Übergang zu anderen Inseln und dem ganzen gegenüber-liegenden Festland an jenem wahren Meer, möglich war. Denn das Gebiet hier, der innerhalb jenes Einganges, von dem wir sprechen, liegt, erscheint nur als eine Bucht mit einer schmalen Einfahrt,
(gemeint ist das Mittelemeer). Jenes aber muß wirklich als Meer und das es umgehende Land (Europa) mit vollstem Recht als Festland bezeichnet werden.

Auf dieser Insel Atlantis also entstand eine große und bewundernswerte Macht von Königen, welche die ganze Insel beherrschten, sowie viele andere Inseln und Teile des Festlandes. Außerdem beherrschten diese Könige noch von den Ländern am Binnenmeer (Mittelmeer) Libyen bis nach Ägypten und Europa bis nach Tyrrhenien (Sardinien). Diese ganze, zur Einheit zusammengeballte Macht hatte einst den Plan, euer und unser Land (Griechenland und Ägypten), sowie überhaupt alles Land innerhalb der Meerenge durch einen einzigen Kriegszug in ihre Gewalt zu bringen. "

Es wird weiter erzählt, wie Athen damals als einzige Stadt widerstand und somit zur Rettung Ägyptens beitrug. (Die sog. Kyklopen- oder Pelaskermauer Athens wurde damals in aller Eile errichtet). Später aber brach dann eine Zeit gewaltiger Erdbeben und Meeresüberschwemmungen herein und es kamen ein Tag und eine Nacht, in der die Masse eurer (der Athener) Krieger von der Erde verschlungen wurde, ebenso versank die Insel Atlantis im Meer und wurde den Augen entzogen; daher ist das Meer dort auch heute noch (zur Zeit SOLONS) unzugänglich und unerforschbar wegen des sehr seicht liegenden hindernden Schlammes, den die untergehende Insel zurückließ." Dieses ist im Wesentlichen der Inhalt des Dialoges TIMIAOS.

Der Dialog Krurus setzt den Bericht fort. Zunächst über den Zustand des damaligen Staates Athen und seiner vorbildlichen Einrichtungen. Dann wird erklärt, warum die Barbaren (die Atlanter) hellenische Namen trügen: SOLON forschte ,,nach der Bedeutung der Namen und fand, daß jene Ägypter, welche sie als erste aufzeichneten, dieselben in ihre eigene Sprache übersetzt hatten. Er erwog nun seinerseits den Sinn jedes Namens noch einmal und übersetzte ihn in unsere Sprache und
schrieb ihn so nieder. Diese Aufzeichnungen befanden sich bei meinem Großvater und befinden sich jetzt noch bei mir (KRITIAS)... "
Dann wird erzählt, wie die Götter einst die Welt unter sich verteilt hätten, und zwar durch Los, nicht im Streit. Dem Poseidon sei die Insel Atlantis zugefallen, die er mit seinen Nachkommen, die er mit einem sterblichen Weibe zeugte, bevölkert habe. Dieser Ort war folgendermaßen beschaffen:
Vom Meer nach der Mitte der Insel lag eine Ebene, die schöner und fruchtbarer als irgendeine andere gewesen sein soll. In dieser Ebene wiederum lag in der Mitte ein allseits niedriger Hügel. Auf diesem wohnte einer von den dort am Anfang aus der Erde entwachsenen Männern mit Namen Euenor, welcher die Leukippe zur Frau hatte. Beide zeugten eine einzige Tochter, Kleito. Als das Mädchen in das Alter der Mannbarkeil kam, starb ihre Mutter und auch ihr Vater. Poseidon aber, von Liebe zu ihr ergriffen, vermählte sich mit ihr und umgab den Hügel, auf dem sie wohnte, ringsrum abglättend, mit einer starken Schutzwehr. Abwechselnd nämlich fügte er kleinere und größere Ringe von Meerwasser und Erde umeinander, und zwar zwei von Erde, drei mit Meerwasser von der Mitte der Insel aus wie mit einem Zirkel abgemessen, überall gleich weit von der Mitte entfernt, so daß der Hügel für Menschen unzugänglich wurde, denn Schiffe und Schiffahrt gab es damals noch nicht. Ihm selbst aber, als einem Gott, war es ein leichtes, die Insel mit allen Nötigen auszustatten, indem er zwei Wasserquellen aus der Erde heraufführte, deren eine warm, die andere kalt der Erde entsprang, auch ließ er mannigfaltige und reichliche Nahrungsmittel aller Art der Erde entsprießen. An Kindern zeugte er fünfmal Zwillingssöhne, die er aufzog und die Insel Atlantis in zehn Teile teilte. Den Erstgeborenen des ältesten Paares sprach er den mütterlichen Wohnsitz mit dem rings herumliegenden Teile, dem größten und besten zu und machte ihn zum König über die anderen, die anderen aber auch zu Herrschern , denn jedem gab er die Herrschaft über viele Menschen und viel Land. Auch Namen legte er ihnen bei, und dem ältesten und König den, von dem ja auch die ganze Insel und das Meer, welches das Atlantische heißt, ihren Namen erhielten, weil der Name des ersten der damaligen Könige Atlas lautete. Es folg nun die Aufzählung der nachgeborenen Söhne und die Ausdehnung ihrer Herrschaft bis gegen Ägypten...
Von Atlas nun stammte ein zahlreiches, auch in allen übrigen Gliedern hochangesehenes Geschlecht ab. Was aber die Könige anlangte, so übergab immer der Älteste der Nachkommen die Herrschaft. So bewahrten sie diese viele Menschenalter hindurch. Dabei häuften sie eine Fülle an Reichtum an, wie er wohl weder vorher in irgendeinem Königreich zu finden war, noch so leicht später sich finden wird. Es war bei ihnen für alles gesorgt, wofür in der Stadt und im übrigen Land zu sorgen Not tat. Vieles wurde ihnen von außen zugeführt. Das Meiste aber, zum Bedarf des Lebens, bot die Insel selbst. Zunächst all das, was mit Hilfe des Bergbaues an festem und schmelzbarem gewonnen wurde, sowie den Oreichalkos, jenen Stoff, der heute (zur Zeit SOLONs) nur dem Namen nach bekannt ist, der aber bei den damaligen Menschen neben dem Gold am höchsten geschätzt wurde
(Bernstein). Er wurde damals an vielen Stellen der Insel aus der Erde gegraben...

Es folg eine Aufzählung der Tiere, Beschaffenheit und Erzeugnisse der „Heiligen Insel“. Da sie dies alles von ihrem Land erhielten, erbauten sie Tempel, Königshäuser, Häfen und Schiffswerten und gaben auch dem übrigen Land seine Einrichtungen, wobei sie folgende Ordnung hielten:
Zuerst überbrückten sie die Wasserringe, welche die alte Metropolis (Mutterstadt) umgaben, um einen Weg zur Königsburg zu schaffen. Die königliche Burg aber errichteten sie gleich zu Anfang an dem Wohnsitz des Gottes und ihrer Vorfahren und so empfing sie denn der eine vom anderen, jeder in der weiteren Ausschmückung seine Vorfahren nach Kräften übertreffend, bis sie dann diesen ihren Wohnsitz durch die Größe und Schönheit ihrer Werke ein Aussehen verliehen haben, das Staunen erregte. Sie gruben nämlich vom Meer aus einen Kanal, drei Plethren breit, 100 Fuß tief und fünfzig Stadien lang bis zum äußersten Ring und ermöglichten so die Schiffahrt vom Meer bis zu einem Hafen, indem sie den Damm in einer Breite durchbrachen, die den größten Schiffen einfahrt gewährte. So durchbrachen sie auch die Erdringe, welche die Wasserringe bei den Brücken trennten, daß man gerade noch mit einem Dreiruderer von einem zum anderen fahren konnte. Die Öffnungen aber überbrückten sie, so daß man unter diesen hindurchfuhr; denn die Ränder der Erdringe hatten eine hinreichend über dem Wasser liegende Höhe. Es hatte aber der größte von den Ringen, in welche das Meerwasser hineingeleitet worden war, eine Breite von drei Stadien, und ihm war der nächste Erdring gleich. Von dem zweiten Ringpaar hatte der Nasse eine Breite von zwei Stadien, der Trockene war mit dem vorhergehenden Wasserring gleich. Eines Stadion Breite hatte der Wasserring, der die in der Mitte liegende Insel unmittelbar umgab. Die Insel aber, auf welche die Königsburg lag, hatte einen Durchmesser von fünf Stadien. Diese Insel umgaben sie nun mit einem steinernen Wall, ebenso die Erdringe von der einen Seite der ein-Plethron breiten Brücke bis zur anderen Seite. An der Brücke aber, bei den Durchfahrten, errichteten sie Türme und Tore. Die Steine dazu, teils weiß, teils schwarz und teils rot, brachen sie ringsum unten am Rande der vor der Mitte liegenden Insel.

Bei dem Brechen derselben verfuhren sie so, daß sie dadurch zugleich im Inneren doppelte Schiffsarsenale gewannen, die vom Felsen überdeckt waren. Die Gebäude ferner, die sie aufführten, waren teils einfarbig, teils aber waren sie auch zur Augenweide mit verschiedenfarbigen Steinen geschmückt, denn diese Zusammenstellung übte einen natürlichen Reiz aus. Den ganzen Umfang der den äußeren Ring umgebenden Mauer faßten sie mit Oreichalkos ein, den sie in Öl auftrugen (Bernsteinlack). Die inneren umkleideten sie mit geschmolzenem Zinn und die Mauer um die Burg mit Oreichalkos, welches einen feurigen Glanz hafte.

Die Wohnung im Inneren der Basileia war folgendermaßen eingerichtet: In der Mitte befand sich dort ein, der Kleito und dem Poseidon geweihter, dem öffentlichen Verkehr entzogener Tempel, eingefaßt mit einer goldenen Umhegung, wo sie am Anfang das Geschlecht der zehn Königssöhne gezeugt und
hervorgebracht hatten. Dorthin brachte man auch alljährlich aus allen zehn Gebieten Opfergaben. Der Tempel des Poseidon hatte eine Länge von einem Stadion, eine Breite von drei Plethren und eine für das Auge entsprechende Höhe; er hatte ein barbarisches, (daher für die Griechen fremdes) Aussehen. Den ganzen Tempel überzogen sie außen mit Silber, mit Ausnahme der Akroterien, (Giebel- und Eckenbekrönungen), diese aber mit Gold. Was aber das Innere betrifft, so konnte man die elfenbeinerne Decke ganz mit Gold, Silber und Oreichalkos geschmückt sehen, alles andere aber an Mauern, Säulen und Fußböden überzogen sie mit Oreichalkos. Auch stellten golden Bildsäulen darin auf. Den Gott selbst auf einem Wagen stehend als Lenker von sechs geflügelten Rossen in solcher Größe, daß er mit dem Scheitel die Decke berührte. Ringsum aber hundert Nereiden auf Delphinen, denn so viel gab es ihre nach dem Glauben der damaligen Menschen. Außerdem befanden sich darin noch zahlreiche Bildwerke als Weihgeschenke von Privatleuten. Um den Tempel außen herum standen goldene Bildsäulen von allen insgesamt, von den Weibern und von all denen, die von den zehn Königen abstammten. Der Königspalast war auf gleiche Weise ebenso wohl der Größte des Reiches wie auch die Ausschmückung der Heiligtümer angemessen. Es folgten weitere Beschreibungen von der Umgebung des Tempels mit Baumpflanzungen, von der Verwendung der kalten und der warmen Quelle mit ihrer unerschöpflichen Wasserfülle für Bäder und Bewässerungsanlagen. In der Umgebung der Wasserleitungen waren teils zahlreiche Heiligtümer vieler Götter, teils Gärten und Sportanlagen, sowohl für die gymnastischen Übungen der Männer selbst, wie für Übungen mit Rossgespannen, gesondert auf jeden der beiden Erdringe. Überdies befand sich auch in der Mitte der größeren Insel eine abgegrenzte Rennbahn, ein Stadion breit und der Länge nach sich um den ganzen Umkreis erstreckend, die ausschließlich für den Wettlauf der Rosse freigehalten war. Um dieselben lagen zu beiden Seiten die Wohnungen für die Mehrzahl der Trabanten. Den Zuverlässigeren aber war auf dem kleineren und näher an der Burg gelegenen Erdring die Wacht übertragen; denen hingegen, die an Treue sich vor allen anderen hervorgetan hatten, waren ihre Wohnungen auf der Burg selbst in unmittelbarer Nähe des Königs angewiesen.

Weiterhin wird von einem Kanal zum Meer und von drei Häfen mit vielen Kaufleuten und Schiffen berichtet, auch von einer Mauer, die von der Mündung des Kanals, fünfzig Stadien vom äußersten Ring entfernt, um die ganze Insel lief. Dann folg die Beschreibung des übrigen Landes. Zuvorderst lag ein Felsen, der sehr hoch und wie mit dem Meer abgeschnitten aus dem Meer aufstieg. Die Umgebung der Stadt war durchweg eben. Diese die Stadt umgebene Ebene war von Erhebungen umgeben, die sich am Meer entlang als Sanddünen hinzogen. Es folgt eine Beschreibung über Größe und Schönheit des übrigen, atlantischen Kernlandes, seiner künstlichen Wasserbauten und seines Militärwesens.

Für die Verteilung der Ämter und Ehrenstellen waren von Anfang an folgende Anordnungen getroffen. Von den zehn Königen war ein jeder in seinem Gebiet mit dem Wohnsitz in seiner eigenen Stadt, Herr über die Bewohner und über die meisten Gesetze, so daß er strafen und hinrichten konnte, wen er wollte. Die Herrschaft und Gemeinschaft unter ihnen wurde nach den Anordnungen von Poseidon aufrechterhalten, wie sie ihnen das Gesetz und die Inschriften überlieferten, die von den Urvätern auf einer Säule aus Oreichalkos eingegraben waren; sie stand in der Mitte der Insel, im Heiligtum des Poseidon. Dort versammelten sich abwechselnd bald jedes fünfte, bald jedes sechste Jahr, um die ungerade Zahl nicht vor der geraden zu bevorzugen, und berieten hier in persönlicher Berührung über die gemeinsamen Angelegenheiten, untersuchten ferner, ob sich einer von ihnen einer Übertretung schuldig gemacht hätte, und saßen darüber zu Gericht. Waren sie aber im Begriff ein Urteil zu fällen, so gaben sie sich untereinander folgendes Unterpfand:

In dem heiligen Bezirk trieben sich der Gottheit geweihte Stiere herum. Nun veranstalteten sie, die zehn allein bleibend, nach einem Gebet zu Gott, ein ihm genehmes Opfer ergreifen zu lassen, ohne Eisengerät, nur mit Holzkuppeln und Stricken eine Jagd. (Brauch muß also noch aus der Steinzeit stammen). Denjenigen von den Stieren, den sie fingen, schafften sie auf die Säule hinauf und schlachteten ihn auf der Höhe derselben, so daß das Blut auf der Inschrift hinunterfloß. Auf der Säule befand sich außer den Gesetzen auch noch eine Eidesformel, die schwere Verwünschungen über die Ungehorsamen herabrief. Wenn sie nun, nachdem sie ihren Gesetzen gemäß geopfert hatten, alle Glieder des Stieres dem Gotte als Weihgabe darbrachten, warfen sie in einem dazu vorbereiteten Mischkessel für jeden einen Klumpen geronnen Blutes, das Übrige übergaben sie dem Feuer, nachdem sie die Säule rundherum gereinigt hatten. Hierauf schöpften sie mit goldenen Trinkschalen aus dem Mischkessel uns schwuren, von ihren Schalen ins Feuer spendend, sie würden nach den Gesetzen auf der Säule richten und Strafe verhängen, wenn einer von ihnen sich einer Übertretung schuldig gemacht hätte. Was aber die Zukunft anbelangt, so würde sich keiner absichtlich einer Übertretung schuldig machen und weder selbst anders als gesetzmäßig herrschen, noch einem Herrscher gehorchen, der sich in seinen Anordnungen nicht nach den Gesetzen des Vaters richte. Nachdem ein jeder von ihnen dies für sich selbst und seine Nachkommen gelobt hatte, trank er und weihte die Schale in das Heiligtum Gottes. Dann gönnten sie sich Zeit für das Mahl und für andere Bedürfnisse. Sobald aber die Dunkelheit hereinbrach und das Opferfeuer erloschen war, legten sie ein dunkelblaues Gewand von wunderbarer Schönheit an und so bei der Glut der Eidesopfer am Boden sitzend und alles Feuer um das Heiligtum herum auslöschend, ließen sie nächtlicher Weise, dem Rechte als Richter und Gerichtete seinen Lauf. Das Urteil aber, welches sie gefällt hatten, schrieben sie, sobald es Tag ward, auf eine goldene Tafel, die sie als Gedenktafel mitsamt den Gewändern aufstellten. Es gab noch mancherlei andere Gesetze über die Ehrenrechte der einzelnen Könige, die wichtigste Bestimmung aber war, daß sie niemals gegeneinander die Waffen erheben dürfen und alle Beistand zu leisten hätten, wollte jemand versuchen, in einem der anderen Staaten das Königsgeschlecht zu vernichten; dabei sollten sie gemeinsam, wie die Vorfahren über Krieg und sonstige Unternehmungen beraten und die Oberleitung dem Geschlecht des Atlas überlassen;.
Diese gewaltige große Macht, die damals in jenem Gegenden bestand, ließ Gott nun in kriegsmäßigen Zusammenschluß gegen unsere Gegenden hier hervorbrechen, und zwar, wie der Bericht lautete, aus folgendem Grund. Viele Menschenalter hindurch, solange die Natur des Gottes in ihnen genügend stark war, blieben sie den Gesetzen gehorsam und verleugneten nicht ihre Verwandtschaft mit der Gottheit. Denn ihre Sinnesweise war von hoher Art, wahrhaftig und in allem groß; etwaigen Schicksalsschlägen gegenüber und im Verkehr miteinander zeigten sie sich gelassen und zugleich einsichtsvoll; in ihren Augen hatte nur die Tugend waren Wert; darum achteten sie die vorhandenen Glücksgüter gering und machten sich nichts aus der Masse des Goldes und des übrigen Besitzes, die ihnen eher wie eine Bürde erschienen. Sie waren weit davon entfernt, trunken von den Schwelgen in ihren Reichtümern zu werden, und ihrer selbst nicht mächtig, zu Fall zu kommen; sie erkannten nüchternen Sinnes in voller Klarheit, daß diese äußeren Güter nur durch Tugend und Freundschaft gedeihen können, dagegen aber hinschwinden, wenn alle Sorgen und alle Wertschätzung eben nur ihnen, (den äußeren Gütern) zugewendet ist, dann werde nämlich auch die
Tugend mit in den Abgrund gerissen. Als aber was Göttliches in ihnen war, durch stärke und häufige Vermischung mit Sterblichen mehr und mehr dahinschwand, und menschliche Sinnesart die Oberhand bekam, da erst zeigten sie sich unfähig, sich mit dem Vorhandenen richtig abzufinden.
Sie schlugen aus der Art und erniedrigten sich in den Augen der Urteilsfähigen dadurch, daß sie das Schönste von allem Wertvollen zugrunde richteten, während sie den Urteilslosen, die kein Auge für den Wert eines auf wahrhafte Glückseligkeit gerichteten Lebens haben, nunmehr erst recht herrlich und rühmenswert erschienen.

Aber der Gott der Götter, der nach Gesetzen regiert und einen scharfen Blick für dergleichen hat, beschloß sie durch Strafe zu züchtigen, auf daß sie dadurch zur Besinnung gebracht und gebessert würden. So berief er denn alle Götter in ihren ehrwürdigen Wohnsitz, der, in der Mitte der Welt gelegen, den Blick über alles gewährt, was des Werdens teilhaftig geworden, und richtete an die Versammlung folgende Worte:....

Hier bricht der Dialog leider ab.

 

Ende Teil1



 

       
               
               
     

       
               
               
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